Freitag, Juli 20, 2007
Ozin3 - Ohne Flugzeug von Freiburg nach Australien
Herzlich Willkommen auf dem Reisetagebuch unseres einzigartigen Abenteuers "Ozin3". Die Ursprungsidee war es, ohne Flugzeug von Freiburg nach Australien zu reisen, und das Ganze in nur 3 Monaten. Ob es geklappt hat, erfahrt ihr hier auf unserem Blog. Für all diejenigen, die darüber hinaus Interesse haben an noch mehr Bildern und Erlebnisberichten aus erster Hand, planen wir derzeit weitere Diavorträge. Genaue Termine veröffentlichen wir gegebenenfalls an dieser Stelle. Wer möchte, kann uns auch eine e-mail schreiben, und wird dann direkt benachrichtigt wenn es so weit ist: ozinthree(at)gmail.com.Im "Archiv" findet ihr nun die Reiseberichte jeweils in umgekehrter Reihenfolge. Viel Spaß beim Lesen und beim Wegsinken in ferne Länder und Welten. Wir hoffen ihr habt genauso viel Freude daran, wie wir es während unserer ganzen Reise hatten. Es war wirklich einzigartig wunderbar.
Sonntag, April 08, 2007
Diaabend Videos online
Aufgrund der großen Nachfrage bezüglich der Videos von unserem Diaabend in Freiburg gibt es unter der Rubrik "Videos" bzw. "Sounds" in der Randleiste etwas für Auge und Ohr :-)
Viel Spaß damit!
Viel Spaß damit!
Sonntag, April 09, 2006
Die Reiseroute
Bild: www.wikipedia.deLabels: Australien, Bangladesh, Indien, Indonesien, Iran, Malaysia, Myanmar, Pakistan, Singapur, Thailand, Türkei, Weltreise, Überland
Samstag, April 01, 2006
Am anderen Ende der Welt
In Ende und zugleich auch am Ende unserer langen, bewegten Reise sind wir angelangt. Wir können es selbst noch gar nicht recht glauben, aber es ist tatsächlich und ganz zweifellos wahr. Wir hatten ursprünglich zwar ein anderes Ziel vor Augen, "Oz", welches von der Distanz her betrachtet vergleichsweise nur noch ein Katzensprung entfernt liegt und dennoch, hier soll er sein, der östlichste Punkt unseres unglaublichen Abenteuers, der Umkehrpunkt, das Ende.Und könnte man sich überhaupt einen schöneren, einen würdigeren Ort ausmalen, um eine solche Reise zu schließen, als hier, mitten im Herzen von Flores, der Blume Indonesiens, einen passenderen Ort, als hier in Ende? Wir beide sind uns jedenfalls mit leuchtenden Augen einig, dies ist der perfekte Wendepunkt - alles ist stimmig, alles ist schön.
"Ende", mit seiner gleichnamigen Hauptstadt, so heißt einer der dreizehn Regierungsbezirke auf Flores, dessen ganzer Stolz der sagenumwobene Vulkan Kelimutu ist. Dort, an dessen Fuße, in dem kleinen verschlafenen Örtchen Moni, haben wir uns niedergelassen und Ruhe einkehren lassen, Ruhe, um auch wirklich begreifen zu können.
Begreifen sollten wir schließlich auch: Am dritten Tag nach unserer Ankunft um vier Uhr in der Früh brachen wir auf, um ganz oben auf dem Kelimutu dem Sonnenaufgang zu begegnen. Das Panorama, welches uns dort erwartete, war wieder einmal atemberaubend und sagenhaft. Drei große Kraterseen, die aufgrund ihres sich verändernden Mineralgehalts nahezu täglich eine andere Farbe annehmen können - in unserem Falle hellstes Türkis, Pechschwarz und braun - herrschen dem verzaubernden Landschaftsbild vor und sind ein unfehlbarer Blickfang. Im Hintergrund gipfeln die Spitzen ferner Vulkane und die See umarmt von beiden Seiten her die blühende Schönheit dieser Insel.
Entzündet von den ersten hereinfallenden Sonnenstrahlen und ganz melancholisch beim Lauschen der sehnsuchtsvollen Südseegesänge, die ich gestern Abend aufgenommen habe in dem kleinen Kreise Jugendlicher, die für die Probe ihres Osterdramas im Gemeindehaus versammelt waren und sich mit Seelenkräften, mit ihren glückverheißenden Lachen, ihren hellen, durchdringenden Augen und aus voller Brust in die Unvergesslichkeit meiner Erinnerung gesungen hatten, rührte es mich schon da gewaltig von innen an.
Kein Halten gab es dann allerdings mehr, als Marius und ich uns, in gesteigerter Klarheit der Bedeutung und der Symbolik dieses Ortes und dieses Momentes bewusst, einander die Hände fassten und in bangem, feierlichem Abschiedsgefühl einmal das Gipfelkreuz, den Umkehrpunkt umkreisten. Unweigerlich quollen die Tränen in uns auf, und übermannt und überwältigt sahen wir uns gegenseitig vielsagend in die Augen. Dieser Moment hatte mitten ins Lebendige getroffen.
Nach einer ewig währenden Minute des Nichtscheidenwollens war uns beiden jedoch klar, wir müssten nun loslassen. Und voller Wehmut und gleichzeitig voller Glück taten wir dies. Wortlos, jeder in sich versenkt, machten wir uns Arm in Arm auf den Weg zu dem nahegelegenen Treffpunkt, wo unsere "Reisekommilitonen" von heute früh bereits auf uns warteten, und wo dann bald wieder viel gelacht wurde.
Auf dem Nachhauseweg passierten wir schließlich noch eine Kaskade von Wasserfällen, die für eine willkommene Abkühlung herhalten durfte. Und wie belebend er war, der Sprung mitten durch den Sturzbach hindurch in das natürliche Wasserbecken, mindestens genauso belebend, wie gleichwohl am selben Abend der gesellige Hock in den heißen Vulkanquellen entspannend war.
Aus dem vollen Leben
Euer David
Und das Beste ist: jetzt folgt der wohlverdiente Strand- und Surfurlaub auf Bali! Yeeeyyy!! :)
P.S.: Für unsere Freunde der Chronologie: Einen Bericht über unsere wilde Fahrt durch halb Indonsesien mit einem Colatransporter, hat Marius weiter unten noch nachgetragen. Dig it :)
Labels: Indonesien
Sonntag, März 26, 2006
Unterwegs im Jurassic Park
Flores, bedeutet "Blumen" auf Portugiesisch, und zu Recht haben die kolonialen Eroberer einst diese östliche Insel Indonesiens auf diesen Namen getauft.Das Land ist unendlich schön, reich an zahllosen Schätzen aus Flora und Fauna und überhaupt noch gänzlich naturbelassen. Man reist hier durch ein Land vor unserer Zeit, und es ist einfach nur herrlich. Überall begegnen einem die vor Seelenkraft lachenden und hübschen Gesichter, man reist durch absolut atemberaubende Landschaft, geprägt von rauchenden Vulkanen, grüngrüngrünem Dschungel und endlosen Sandstränden. Wir wandern durch traditionelle Dörfer mit Totempfählen, tauchen mit Haien und erstarren ehrführchtig vor den Komodo-Drachen. Wir sammeln Korallen, lauschen den Gitarrenklängen und den Gesängen, die an jeder Straßenecke gefeiert werden, trinken dabei Reiswein, kauen die berauschenden Beetlenüsse, und zwischendurch fahren wir stundenlange Busfahrten, die aufgrund der vorzeitlichen Topographie ausschließlich nur aus Kurven bestehen.
Flores - unverbraucht und wunderbar.
Das Highlight fand jedoch zweifelsohne am Tag eins unserer Ankunft auf Flores statt. Dort nämlich mieteten wir zusammen mit Steve, unserem Weggefährten aus Südafrika, ein Boot, welches uns durch die absolut bezaubernde Insellandschaft - welch ein geglückter Wurf der Natur - direkt nach Rinca zu dem "Komodo-Nationalpark" brachte. Auf dem Weg dorthin, als unser Kutter quasi von Delphinen und Schildkröten begleitet wurde, bekamen wir schon einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns dort an erstaunlicher Tierwelt noch alles erwarten sollte. Auf Rinca leben nämlich die zuvor schon erwähnten Komodo-Drachen. Es handelt sich dabei um bis zu drei Meter lange fleischfressende Riesenechsen, die ganze Büffel verschlingen können.
Mit gehöriger Ehrfurcht und einen Hauch von Horror betraten wir also die Insel. Und es war wie im Jurassic Park. Die Landschaft, die Stille, die Spannung - unweigerlich kamen die Assoziationen mit diesem Spielberg- Filmmonument auf. Dann die Begegnung mit diesen ungeheuerlichen Reptilien: RIESENGROSS. Es ist wohl das nächste, was auf der Erde noch an die Dinosaurier erinnert. Völlig gebannt und verängstigt von diesen Bestien - noch eine Woche zuvor wurde einem Guide ein Stück Arm herausgebissen, und er liegt noch immer im Krankenhaus - verfolgen wir jede ihrer trügerisch langsamen Bewegungen. Es fällt mir nicht schwer zu sagen, dass es wohl einer der aufregendsten Momente meiner bisherigen Reise war.
Als wären es der Tageserlebnisse noch nicht genug, wurde unsere Rückfahrt nach Labuanbajo, dem verschlafen Fischerstädtchen, in dem wir wohnen, zusätzlich noch mit einem absolut superben Schnorchelausflug versüßt.
Blumige Grüße,
Euer David
Labels: Indonesien
Mit dem Colalaster auf eine Insel in einer anderen Zeit
Per Inselhopping durch Lombok und Sumbawa nach Flores oder Komodo, so war Davids und mein Plan, als wir in Balis östlichstem Hafen herumlungerten und nach einem geeigneten Transportmittel Ausschau hielten. Nach einem bisschen Hin und Her und ein paar doch etwas dubiosen Diskussionen mit selbsternannten "Reiseveranstaltern", entschieden wir uns schließlich für einen in die Jahre gekommenen Colalaster, welcher exakt die gleiche Route anvisiert hatte wie wir. Welch ein Glück! Und so schipperten wir glücklich und zufrieden los vorerst mit dem Fährschiff in die Nacht dem vier Stunden entfernten Lombok entgegen, von wo aus wir mit dem Laster die eigentliche Fahrt beginnen wollten. Dort angekommen bemerkten David und ich dann "hautnah", dass wir offentsichtlich nicht die einzigen waren, die den Colalaster gebucht hatten. Denn es galt nun, insgesamt sechs Personen im nun doch etwas winzig erscheinenden Fahrerhäuschen unterzubringen. Wir, drei Indonesier plus David und ich, sowie der Fahrer kneteten und falteten unsere Körper, bis wir schließlich bereit waren, für die bevorstehende 20-stündige Fahrt durch die im Cockpit äußerst schwül erscheinende Sommernacht. Wir hätten uns dabei sicher alle sehr gerne mehr unterhalten, doch da David und ich kein Indonesisch sprechen, und für eine ausschweifende Gebärdensprache eindeutig zu wenig Platz war, blieb uns allen nur die Sprache, die jeder versteht, die des verschmitzten einander Angrinsens und die des höflich einander Zulächelns :)
Als wir nach einer weiteren Fährfahrt unseren Trip in Sumbawa fortsetzten, und unser Limonadenlaster dort von Schlagloch zu Schlagloch schaukelte, war, als hätten wir eine Zeitreise unternommen. Wir eierten und schwankten auf der vom Monsun aufgeweichten Matschstraße durch den Dschungel Sumbawas, die, wie David und ich völlig fassungslos feststellten, die einzige Ostwestverbindung der gesamten 400 km breiten Insel ist. Wir bremsten für Kühe, Ziegen, Schafe und Fußbälle, fuhren vorbei an Schilfhütten, Wasserbüffeln, quietschenden Affen und Reisfeldern und wunderten uns immer wieder, wo all die fröhlich im nirgendwo am Straßenrand spazierenden Kinder wohl eine Schule finden wollten. Es war ein völlig surreales Bild, das noch durch die vielen selbstgebastelten Pferdekutschen, die uns entgegenkamen, verstärkt wurde. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auf der Farm der zwei mitreisenden Einheimischen angekommen (sie bestand aus zwei Schilfhütten und einer Bambusveranda), machten wir erst einmal Pause. Und David und ich wurden gleich mit allen möglichen exotischen Früchten sowie einem eigens für uns arrangierten Hahnenkampf!!!! äußerst freundlich in dieser für uns bisher völlig unbekannten Welt begrüßt.
Als wir nach der 24-stündigen Zeitreise in Bima ankamen, durften sich unsere gebrochenen Glieder dann schließlich noch am täglichen Wahnsinn des öffentlichen Nahverkehrs erfreuen: Wir fuhren zu 17.!!! im MINIbus, wobei die Frauen, die sich nicht gerade übergaben oder Kinder stillten, vor jeder rasant angefahrenen Kurve Stoßgebete zu ihrem jeweiligen Stammesgott in den Abendhimmel ausstießen. Am Ziel angekommen klapperten wir weiter mit der Pferdekutsche an den Hafen, wo die nächste Fähre schon auf uns wartete.
Mit vielen Grüßen aus Sumbawa
euer marius
Foto: Kinder an und auf dem Schulbus von Sumbawa
Labels: Indonesien
Dienstag, März 21, 2006
Bromo - Sublim
Viel, viel Hirnschmalz hab ich in vielen, vielen Stunden verbraten, um ein Wort zu finden, welches die unausdenkbar faszinierende Landschaft des Nationalparks um den Vulkan Bromo am besten beschreiben könnte. Und dann, auf einmal schoss es mir aus den Tiefen meines Englischexamens ins Gedächtnis: Sublim!"Das Sublime bzw. Erhabene ist mit dem Gefühl von Unerreichbarkeit und Unermesslichkeit verbunden. Es löst Erstaunen aus, das mit Ehrfurcht verbunden ist" (Wikipedia). Ehrfürchtig, wahrhaftig standen wir da und waren mindestens völlig überwältigt von dem gewaltigen Vulkangespann, welches sich auf 2700 Metern Höhe Richtung Himmel streckt.
Am ersten Morgen nach unserer Ankunft brachen Marius und ich um 3.30 Uhr in finsterer Nacht auf und machten uns auf den einstündigen Weg, von unserem Guesthouse (welches genialerweise direkt am gigantischen äußeren Kraterrand stand) hinunter durch den Hauptkrater und dann wieder hinauf auf den Vulkankegel des Mt.Bromo, um von dort den Sonnenaufgang zu sehen. Leider war der Himmel voller schwarzer Wolken der ausklingenden Regenzeit, so dass ein Bilderbuchsonnenaufgang nicht in Frage kam. Dennoch harrten wir aus auf dem schmalen, im Radius jedoch riesigen Grat, und warteten auf das hereinbrechende Tageslicht.
Angerührt von der geheimnisvollen und fast schon heiligen Atmosphäre wie die eines fernen Sternes, zückte ich meinen Musikstab, lauschte Grönemeyers "Der Mond ist aufgegangen" und blickte andächtig in die schwindende Nacht. Und im selben Moment, als die letzten Akkorde des Liedes ausklangen, schimmerten urplötzlich zwei Ahnungen von Sonnenstrahlen in vager, warmer Morgenröte über das mit einem Mal zu sehende majestätische Lavafeld herein, nur um einige Sekunden später genauso schnell für immer und ewig wieder zu verschwinden. Was blieb, war das graukalte Licht der Dämmerung, die sie ab dann immer weiter ausleuchtete, diese aschfahle Weite, immer wieder unterbrochen von den zerklüfteten Furchen und Schneisen der Verwüstung einstiger Eruptionen, und sie glitzerte und spiegelte auf den zu glattem Stein gewordenen Ascheflächen in hellem Grau den dämmernden Morgenhimmel wider - Sublim!
Ich könnte noch ewig philosophieren und schwärmen von diesem wundersamen und magischen Moment, aber ich übergebe ihn an dieser Stelle einfach der Fantasie eines jeden, der dies durchliest.
Im weiteren Tagesverlauf klärte der Himmel dann glücklicherweise etwas auf, und wir kamen bei unserer Tageswanderung in, um, und mitten durch den Mt.Bromo aus dem Staunen fast nicht mehr heraus.
Das Besondere an dieser Gegend ist, dass sie gleich drei mächtige Vulkane umfasst, die man bei klarer Sicht allesamt sehen kann. Zwei der beiden Vulkane sind noch munter aktiv, und so schwillt einem je nach Wind immer wieder der Schwefelgeruch des pausenlos dampfenden Mt. Bromo in die Nase, während man gleichzeitig im 20-Minutentakt von oben herab von feinen Ascheteilchen beschneit und bestäubt wird. In diesem Rhythmus nämlich rülpst der Mt. Semeru regelmäßig seine kleinen Auswürfe herauf und überlässt sie den Armen des steten Windes, der deren Partikel dann landwärts verteilt.
Bei hellem Tageslicht und bei relativ klarer Sicht noch ein zweites Mal den Bromo zu besteigen und auf dessen Kraterrand zu stehen, bevor wir uns auf den Heimweg machten, toppte dann noch einmal alles bisher Gesehene. Ich erspare mir hierzu jedoch alle Formulierungen und verweise auf die Bilder in unserem Fotoalbum, die ein besseres Zeugnis abliefern dürften, als ich es in Worte jemals zu fassen vermag.
Überwältigt,
Euer David
Labels: Indonesien
Donnerstag, März 16, 2006
Mein erster Geburtstag auf indonesischem Gewässer
Keine 5 Minuten des 14. März waren vergangen, als ich in allerbester Titanic Manier mein neues Lebensjahr quasi im Flug entgegenstürmen durfte. Darf man sich eigentlich ein noch tolleres Geschenk wünschen, als irgendwo zwischen Singapore und Jakarta auf dem weiten, klaren Meer die totale Freiheit zu spüren, mit dem böigen Seewind in den Haaren und nichts weit und breit zu sehen, als die sich endlos fortsetzenden und im Vollmond silbern glitzernden Wellen. Ich glaube nicht.Umso schöner, dass mir dieses tolle Erlebnis, welches Marius und ich bereits schon einmal in der untergehenden Abendsonne "üben" durften, gegönnt war. Ein großer Matrosensalut geht hier an den Kapitän und die gesamte Brücken-Crew unseres 1300 Seelendampfers, die uns so herzlich willkommend in ihrer Mitte aufnahm und mir diesen unvergesslichen Geburtstagsmoment bescherte.
Nicht minder genial war der weitere Verlauf meines Ehrentages. Gemeinsam mit Marius und Laurence, einem holländischen Weggefährten, hieß es nämlich am Nachmittag "Spiel, Spaß und Spannung" im Anchol Dreamland. In einen Freizeitpark zu gehen, ist vielleicht nicht das Naheliegendste, was einem in den Sinn kommt, wenn man zum ersten Mal in einer Stadt wie Jakarta den Fuß aufsetzt. Aber dieser ausgefallene Wunsch wurde am Ende von allen als ein voller Erfolg verabschiedet. Nicht nur säbelten wir mit der Achterbahn durch die unfassbar schwüle Luft und blickten vom Riesenrad über die Großstadt, sondern wir kamen außerdem in den Hochgenuss einer verjüngenden Erfrischungsorgie. Das große Tageslicht-Finale nämlich spielte in dem direkt benachbarten, riesigen Erlebnisschwimmbad.
Wie in den besten Gengenbacher Freibadzeiten tobten wir durch die Strömungskanäle, unter die Wasserfälle, durch die Bällchenbäder und über die Sonnenterrassen. Das unbestrittene Highlight stellten jedoch die zahllosen Langdistanzrutschen dar, die wir allesamt im Sturme nahmen und daran eine Freude hatten wie eine Kuh an ihrem Kälblein :)
Mit Chlor in den Augen, Meeressalz in den Haaren und einem abschließenden Bier in den Kiemen ließ es sich sehr glücklich schlafen.
Euer David
Labels: Indonesien
Mittwoch, März 15, 2006
Mit dem Pelni-Schiff nach Jakarta
Fast sieben Wochen ist es her, als ich in Thailand ankam und dort mein Reisetempo inmitten der vielen Rucksacktouristen deutlich drosselte, um das Meer, die Landschaften und die Megastädte Thailands und Malaysias zu genießen.Ab Singapore war mit Festland aber erstmal Schluss, und so mussten David und ich (wieder gemeinsam unterwegs) uns überlegen, wie wir uns die nächsten ca. 1050 km bis Java über Wasser halten könnten. 'Mit einem Schiff von Pelni' lautete die einzig nicht fliegende Antwort, und so checkten wir bereits am Vorabend des Ablegens in der Economy-Class der Dobonsolo, einem riesigen Passagierschiff, ein.
Da lagen wir nun tief unten im Bauch des Schiffes, dicht gedrängt auf ordentlich aufgestellten Holzpritschen zusammen mit ca. 1200 nichteuropäischen Reisenden, welche ebenfalls die 28-stündige Schiffsreise auf kleinstem Raum der Schlafunterkunft in Angriff nahmen.Mitten unter all den Menschen der 'Unterklasse', darunter viele Familien und Kettenalleswegraucher, mussten David und ich unweigerlich und unentwegt schmunzelnd an Leonardo DiCaprio denken, welcher auf der Titanic in gleicher Umgebung hauste, bevor er begann, an Deck umher zu streunen, um das Schiff zu erobern.
So zogen auch wir los über die Decks und durch die Gänge und suchten nach Abwechlung. Die kam auch zur Genüge, denn aufgrund unserer europäischen Erscheinung fielen wir beide sowie Laurence aus Holland, den wir an Deck trafen, auf wie bunte Hunde und wurden von allen Seiten mit einem freundlichen "Hey Mister" oder "Hello my Friend" begrüßt, bevor man uns nach unserer Herkunft und unseren Reiseplänen etc. befragte. Auch die Schiffscrew schien sich der Besonderheit ihrer "Fracht" bewusst zu sein, denn es dauerte nicht lange, bis wir eine Einladung zum Besuch der Kommandobrücke des riesigen Schiffes erhielten. Dort angekommen erklärte uns der diensthabende Offizier bei Tee und Spritzgebäck sichtlich erfreut über die Abwechslung alle Details der dortigen Apparaturen und des gesamten Schiffes. Wir lungerten so noch etliche Zeit auf der Brücke herum, und nachdem David die im Deutschen verfasste "Isotemp-Glasverbund-Hitzeschutzausrüstung-2000-Gebrauchsanweisung" für den dritten Offizier ins Englische übersetzt hatte, erhielten wir Passierscheine für beinahe das gesamte Schiff, welche wir als Erstes dafür verwendeten, die "Leonardo-DiCaprio-am-Bug-der-Titanic"-Szene nachzustellen.
Ein weiteres Highlight nach dem Hineinfeiern in Davids Geburtstag, erlebten wir, als wir am Folgetag der erneuten Einladung eines Schiffsoffiziers nachkamen, das Einlaufen des Schiffes von der Kommandobrücke aus zu beobachten. Dort war nämlich von der Lockerheit des Vortages nichts mehr zu spüren. Die Brücke war mit Offizieren und Steuermännern(-frauen) voll besetzt, alle höchst konzentriert auf ihren Posten, um den 3800-Tonnen-Koloss in den von der See aus winzig wirkenden Hafen Jakartas scheinbar millimetergenau zu manövrieren. Echte Maßarbeit!
Als das Schiff mitten im engen Hafen nach einer tollkühn wirkenden 180-Grad-Drehung am vorgesehenen Anlegeplatz geparkt hatte, ging es hinaus ins Gefecht, unseren Weg durch die Menschenmassen von Jakartas Hafen bahnend, um dort im wilden Treiben unsere Reise wieder auf dem Landweg fortzusetzen.
Mit vielen Grüßen, Ahoi,
euer marius
Labels: Indonesien
Die laengste Bratwurst von Singapore
Mitten in Chinatown war es, als ich plötzlich auf deutsche Blasmusik aufmerksam wurde, die von "Erich's Würstelstand" zu mir herüberschallte. Dort, am selbsternannten "last sausage kiosk before the equator" wurde sie also gegrillt, die längste Bratwurst Singapores. Ganz klare Sache, dass ich mir das nicht entgehen lassen durfte. Im Zuge der WM-Vorbereitung, organisiert die deutsche Botschaft und das Goethe-Institut hier regelmäßig irgendwelche "Discover Germany" Aktionen, um für unser schönes Heimatland zu werben. Wie gut, dass ich just an diesem Tage mein einzig sauber verbliebenes Shirt angezogen habe. Dieses habe ich auf dem Nachtmarkt von KL für stolze 3,50 Euo erworben und sollte aber eigentlich nur bei den Großbildleinwand-Abenden der bevorstehenden WM zum Einsatz kommen: das deutsche Nationaltrikot. Ich war also doch angemessen gekleidet.Bevor es zu alledem jedoch kommen konnte, sollte ich noch einen kleinen Schwank zu der Anfahrt nach Singapore verlieren. Ich kam im Nachtbus von Kuala Lumpur gemeinsam mit meinen zwei norwegischen Wegbegleiterinnen, mit denen ich die letzten Tage gereist war. An der Grenze wurden wir aus dem Bus in die Zollgebäude von Malaysia und Singapore entlassen, um dann jeweils am anderen Ende mit den Stempeln im Pass wieder aufgesammelt zu werden.
Nachdem allerdings im Singapore Zoll genau vor uns eine Armee Chinesen die Schalter stürmte, dauerte es seine Zeit, bis wir endlich durch waren. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, als wir feststellen mussten, dass es dem Busfahrer offensichtlich etwas zu lange gedauert hatte. Der war nämlich samt Bus und gottlob nur wenigen unserer Utensilien einfach mal nicht mehr da, weg, ade, weitergefahren. Was für ein Spaß um 4.30 Uhr in der Früh.
Nach erster Konsternation randalierten wir dann allerdings solange wild gestikulierend und diskutierend über den Busparkplatz, bis wir schließlich von einem Bus desselben Unternehmens mitgenommen wurden und somit irgendwann in der Dämmerung doch noch ans Ziel gelangten.
Kurioserweise war Marius in derselben Nacht in einem anderen Bus zu einer anderen Uhrzeit quasi das allerselbe zugestoßen, wie wir am nächsten Morgen bei unserem erneuten Wiedersehen erfahren durften. Er allerdings musste den ganzen Weg zwischen den beiden Grenzen mittels eines Gewaltmarsches (7km) zu Fuß zurücklegen, weil er sich vor der Einreise nach Singapore nachträglich noch den Ausreisestempel von Malaysia organisieren musste, den er im Bus verschlafen hatte. Keine Frage, dass auch sein Bus längst über alle Berge (die es in Singapore eigentlich gar nicht gibt) war.
Singapore ist übrigens eine wirklich sensationell saubere und geordnete Stadt. Alles hier ist geradlinig, korrekt, penibel, pünktlich, lackiert und ordentlich, ohne aber dabei steril zu wirken. Die Unzahl an shopping malls ist neben der eigenwilligen Architektur des Opernhaus, der pittoresken Flussbucht mit all seinen kleinen Kneipen und eben der Sauberkeit wohl das Markanteste, was Singapore ausmacht. Marius und ich stellten uns immer wieder vor, wie es wohl wäre, wenn man direkt von Delhi hier herfliegen würde - ein Maximalkontrast sondersgleichen.
Für alle Freunde der "dunklen Seite der Macht": ein besonderes Schmankerl habe ich mir gegönnt, als ich zu der riesigen "Star Wars Exhibition" ging. Dort waren Originalkostüme, Filmmodelle, Figuren, Hintergrundinfos, Screenshots... kurzum alles ausgestellt, was ein Jedi-Herz sich nur wünschen könnte. Für zwei Stunden war ich wieder ganz Kind.
May the force be with you!
David
Labels: Singapur
